Worum es geht: dass ein Kind anfängt, selbst mit Jesus zu reden.

Talitha ist eine Gute-Nacht-Geschichte, die Eltern ihrem Kind abends vorlesen. Hier stehen die ersten sieben Abende vollständig, genau so, wie eine Familie sie bekommt. Sie können mitlesen, ohne sich anzumelden, und neben jeder Geschichte steht ein Feld, in das Sie mir schreiben können, was Ihnen auffällt.

Ein oder zwei Abende genügen. Daran sieht man, wie das Ganze gebaut ist. Alle sieben zu lesen ist nicht nötig, und Ihre Zeit ist knapper als meine.

Eine Mutter liest ihrem Kind abends vor, am Fenster leuchtet das Lämmchen Lumi

So ist es gedacht: das Kind im Bett, jemand liest vor, zehn Minuten vor dem Einschlafen.

Was hier anders ist als bei einem Wertebuch

Am Ende jedes Abends wird das Kind eingeladen, selbst mit Jesus zu reden. Nicht etwas nachzusprechen, sondern anzufangen. Das ist der ganze Zweck. Alles andere ist der Weg dorthin.

Deshalb läuft die Erzählung langsam auf ihn zu. In den ersten Kapiteln erlebt das Kind ein Land, in dem nichts Gutes verloren geht, und ein Licht auf einem fernen Hügel, von dem alles Warme kommt. Ab Tag 31 kommt der gute Hirte selbst vor und spricht die Worte Jesu. Ab Tag 61 nennt er seinen Namen. Das Vorbild ist Narnia: erst lieben, dann erkennen.

Die Abenteuer sind erfunden. Der, auf den sie zulaufen, ist es nicht.

Jesus sitzt in einer Wiese, Kinder und ein Hund um ihn herum, das Lämmchen Lumi auf seinem Schoss

Der gute Hirte. Ab Tag 31 kommt er selbst in die Geschichte, ab Tag 61 nennt er seinen Namen.

Drei Fragen, die Sie vermutlich zuerst stellen

Wer oder was ist das Erste Licht? Es ist er, von Anfang an. In den ersten Kapiteln wird er noch nicht benannt, weil das Kind zuerst erleben soll, dass da einer ist, der es kennt und nie aus den Augen lässt. Ab Tag 31 spricht der gute Hirte selbst und sagt die Worte Jesu. In Tag 61 sagt er: Ich heiße Jesus. Das ist eine Entscheidung des Erzählens, keine der Lehre. Wenn Ihnen das zu lange dauert, sagen Sie es mir.

Kommen Karfreitag und Ostern vor? Ja. Tag 77 heißt Die dunkelste Nacht, dort sagt er den Satz "ein guter Hirte lässt sein Leben für seine Schafe", die Bibelstelle ist Johannes 15,13. Tag 78 heißt Der hellste Morgen und erzählt die Auferstehung nach Lukas 24. In den sieben Abenden, die hier liegen, kommt beides noch nicht vor. Und ehrlich gesagt: Das Wort Kreuz fällt in keinem der hundert Kapitel. Es wird erzählt, nicht benannt. Ich halte das für richtig bei Fünfjährigen und bin nicht sicher, ob es richtig ist. Das ist eine der Fragen, bei denen mir Ihr Urteil wirklich hilft.

Steht Lumi zwischen dem Kind und Jesus? Nein. Sie ist ein Geschöpf und ein Bote. Sie heilt nichts, sie vergibt nichts, sie nimmt kein Gebet entgegen. Sie bringt das Kind hin und tritt zurück. Das ist eine feste Regel, an die sich jedes Kapitel hält.

Was Sie vor sich haben

Sieben Abende, eine Geschichte pro Seite, jede ungefähr zehn Minuten Vorlesezeit. Das Kind heißt hier Nora und ihr Hund Bruno. Im Versand steht dort der Name des echten Kindes und der Name seines echten Tieres oder Kuscheltiers, deshalb kommt beides in jeder Geschichte vor.

Nach der Geschichte steht ein kursiver Zuspruch. Den lesen die Eltern noch vor, wenn das Licht schon aus ist. Danach kommt die Bibelstelle im Wortlaut, damit Eltern nachschlagen können, worauf der Abend hinauswollte.

Wie die Texte entstehen

Die Ideen sind von mir. Ich schreibe vor und nutze dann künstliche Intelligenz für die detaillierte Ausarbeitung. Vor dem Versand wird jede Geschichte Wort für Wort gelesen.

Die Zuordnung der Bibelstellen ist bisher nur von mir geprüft, nicht von einem Theologen. Genau dafür ist diese Seite da.

Die Bibelstellen hinter Tag 1 bis 7

  • Tag 1 · Geliebtsein Lukas 12,6-7
  • Tag 2 · Einem Einsamen beistehen, Freundschaft Sprüche 17,17
  • Tag 3 · Mit dem Ersten Licht reden lernen, der Anfang vom Beten Psalm 145,18
  • Tag 4 · Jemanden aufnehmen, einen Platz machen Römer 15,7
  • Tag 5 · Frieden stiften Matthäus 5,9
  • Tag 6 · Staunen und Dankbarkeit, alles Gute kommt von oben Jakobus 1,17
  • Tag 7 · Ein Stück näher zum Ersten Licht, erster zarter Hinweis auf Jesus Johannes 1,9

Falls Sie Ihren Namen dazugeben wollen

Mir hilft schon ein Satz zu einer einzigen Geschichte, im Kasten daneben oder per Mail, ganz ohne Namen. Falls Sie darüber hinaus bereit wären, dass Eltern sehen, jemand vom Fach hat das gelesen, dann gälte Folgendes.

Es bliebe bei dem, was Sie wirklich gelesen haben. Etwa so:

"Ich habe die ersten sieben Geschichten gelesen. Sie geben einem Kind kein schiefes Bild von Gott, und die Bibelstellen tragen das, was erzählt wird."
Name, Gemeinde, Ort

Den Wortlaut schreiben Sie selbst, oder Sie ändern meinen. Nichts steht auf der Seite, bevor Sie ihn gesehen haben. Sie können ihn jederzeit zurückziehen, eine Zeile genügt, ohne Begründung. Ihre Gemeinde erscheint dabei nirgends, nur Sie als Person.

Tag 1 · Geliebtsein

Das Licht auf dem fernen Hügel

Bibelstelle: Lukas 12,6-7  ·  Das Kind heißt hier Nora, ihr Hund Bruno.

Es gibt eine Stunde, spät in der Nacht, in der die ganze Welt zu schlafen scheint. Die Häuser sind dunkel, die Straßen still, und nur hier und da ist noch ein Kind wach. In dieser Stunde, und nur in dieser, kann es geschehen, dass jemand ans Fenster klopft. Jemand, der ein Wunder mitbringt, nur für dieses eine Kind.

Bei Nora war es an diesem Abend so weit.

Sie lag unter ihrer Decke und war noch gar nicht müde. Bruno schlief zusammengerollt an ihren Füßen. Nora dachte an den Tag, und da war etwas, das sie niemandem erzählt hatte, weil es sich zu klein anfühlte zum Erzählen: Heute hatte sie den ganzen Nachmittag draußen gespielt. Und als sie wieder hereinkam, hatte niemand gemerkt, dass sie überhaupt weg gewesen war.

Es war nichts Schlimmes passiert. Es war nur so ein leises Gefühl, ganz hinten im Bauch. Ungefähr so: Ob mich heute jemand vermisst hat?

Bruno hob den Kopf.

Er schaute zum Fenster, ganz starr, so wie Tiere schauen, wenn sie etwas hören, das noch gar nicht da ist. Nora setzte sich auf.

Und dann hörte sie es auch. Ganz leise, an der Fensterscheibe. Tipp. Tipp. Tipp. So sanft wie kleine Seifenblasen, die gegen das Glas tupfen.

Am Fenster war ein Schimmer. Erst dachte Nora, es wäre die Straßenlaterne. Aber dieses Licht war anders. Es war warm und golden, und es bewegte sich ganz leicht, als würde es atmen.

"Ist da jemand?", flüsterte Nora.

Das Licht wurde heller. Und dann, ganz langsam, bekam es eine Form. Zuerst zwei sanfte Augen. Und dann, mit einem Mal, saß da auf der Fensterbank ein kleines Lämmchen, mit Wolle, die leuchtete wie eine Kerze von innen.

"Hab keine Angst", sagte das Lämmchen. Seine Stimme war so leise und so warm, dass Nora sich gleich ein bisschen mutiger fühlte. "Ich bin Lumi." Und dann leuchtete seine Wolle auf einmal ein bisschen heller, ganz von selbst, als würde sich jemand freuen und könnte es nicht verbergen. "Ich komme in dieser einen Stunde manchmal zu Kindern, die noch wach sind."

Nora zog die Decke ein Stück höher. "Warum zu mir?"

Lumi antwortete nicht sofort. Sie schaute Nora an, und in ihrem Blick war etwas, das Nora nicht einordnen konnte, so als würde jemand ein sehr altes Bild anschauen. "Weil du wach warst", sagte Lumi schließlich. "Und weil man an einem Abend wie deinem nicht allein sein sollte." Dann, schneller: "Möchtest du etwas sehen, das nur ganz wenige je gesehen haben?"

Nora überlegte einen Moment. Dann nickte sie.

Da drehte sich Lumi zur Fensterscheibe und legte ganz sanft ihre kleine, leuchtende Stirn dagegen. Sie tat es sehr behutsam, so wie man etwas tut, das einem selbst einmal jemand getan hat. Und dort, wo sie das Glas berührte, geschah etwas. Das kalte, dunkle Fenster begann zu leuchten. Ein warmer, goldener Schein breitete sich aus, ganz langsam, so wie morgens die Sonne aufgeht. Er wanderte über die ganze Scheibe, bis kein Glas mehr da war. Wo eben noch das Fenster gewesen war, war jetzt ein Tor aus weichem, goldenem Licht.

Und hinter dem Tor war nicht die Straße. Hinter dem Tor lag ein weites Land.

"Wie hast du das gemacht?", flüsterte Nora.

"Das ist das Einzige, was ich richtig gut kann", sagte Lumi. "Außer mir kann es niemand. Nicht ein einziger in Elim." Sie sagte es ohne Stolz, so wie man sagt, welche Farbe man hat.

"Komm", sagte Lumi. "Steig einfach auf die Fensterbank und geh hindurch."

Nora kletterte aus dem Bett. Bruno war mit einem Sprung neben ihr, noch bevor sie einen Fuß auf den Teppich gesetzt hatte. Sie stieg auf die Fensterbank, holte einmal tief Luft und trat durch das warme Licht. Es fühlte sich an wie die Sonne an einem Sommertag.

Und dann stand sie im Gras.

Es war Nacht, aber keine dunkle Nacht. Über ihr war ein Himmel in der Farbe von Honig, und so weit sie schauen konnte, leuchteten überall kleine Lichter. Im Gras, an den Hügeln, am Ufer eines stillen Flusses. Bruno lief ein Stückchen hinein, blieb stehen, schaute sich um und kam dann zurück und stellte sich neben Nora, ganz nah, als wollte er sagen: Ich bin dabei.

"Wo sind wir?", flüsterte Nora.

"Das ist Elim", sagte Lumi. "Das Land, in dem nichts Gutes verloren geht." Ihr Blick wanderte dabei über die Wiese, hin und her, hin und her, und ihre Lippen bewegten sich ganz leicht. Nora merkte es und wusste nicht, was es war. Lumi zählte. Sie zählte die Lichter, so wie sie es jeden Abend tat, seit sehr langer Zeit, und sie hätte niemandem erklären können, warum.

Dann verlor sie den Faden, seufzte leise und fing wieder von vorne an.

Nora bückte sich zu einem der Lichter im Gras. Es war warm und glatt wie ein kleiner Stein.

"Jedes Licht hier war einmal etwas Gutes", sagte Lumi. "Ein liebes Wort. Ein bisschen Mut, als jemand Angst hatte. So etwas geht nie verloren. Es kommt nach Elim und wartet hier, bis es wieder gebraucht wird."

"Auch, wenn es niemand gesehen hat?", fragte Nora.

Lumi schaute sie an. "Gerade dann."

Ganz weit weg, auf dem höchsten Hügel, brannte ein Licht, das viel größer und wärmer war als alle anderen. Es zitterte nicht im Wind. Nora wusste sofort, dass dieses Licht niemals ausging.

"Und das dort?", fragte sie leise.

"Das ist das Erste Licht", sagte Lumi. "Von dort kommt alles Warme hier. Von dort komme auch ich." Sie machte eine kleine Pause. "Es kennt jedes Licht auf dieser Wiese. Und es weiß von jedem, wo es ist. Auch von dem, das gerade nicht da ist."

Nora sah hinauf zu dem fernen, ruhigen Licht. Und auf einmal war das Gefühl von heute Nachmittag wieder da, das mit dem Leisebleiben, aber es fühlte sich anders an. Es war, als würde jemand sie ansehen, der sie noch nie aus den Augen gelassen hatte. Nicht heute Nachmittag und auch sonst nie.

Lumi schaute an Nora hinunter, auf ihre Füße. "Darf ich dich etwas fragen?", sagte sie. "Warum habt ihr Hausschuhe? Der Boden ist doch schon da."

Nora musste lachen. "Damit die Füße warm bleiben."

"Aha", sagte Lumi und nickte ernst, so wie man nickt, wenn man etwas überhaupt nicht verstanden hat.

Dann hob sie ein kleines Licht aus dem Gras und legte es behutsam in Noras Hand. "Das gehört jetzt dir. Halt es gut fest. Morgen zeige ich dir, wie wir damit einem kleinen Freund helfen können, der sich heute ein bisschen allein fühlt."

Und dann wurde alles warm und golden. Nora schlief ein, Bruno zusammengerollt an ihren Füßen, und das kleine Licht leuchtete sanft in ihrer Hand, die ganze Nacht hindurch.

Der Zuspruch zum EinschlafenDu bist heute gesehen worden, Nora. Den ganzen Tag lang, auch als du dachtest, es merkt niemand. Bleib noch einen Moment liegen und spür, wie warm das ist.

Im Original: "Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen ... ihr seid kostbarer als viele Sperlinge." (Lukas 12,6-7)

Bibeltext: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart